Utopie und Illusion. Zur Förderung von Lesekompetenz in der Erprobungsstufe

Cover: Schwarz: Utopie und Illusion. Zur Förderung von Lesekompetenz in der Erprobungsstufe

Daniela Schwarz (2013):
Utopie und Illusion
Zur Förderung von Lesekompetenz in der Erprobungsstufe

Seiten: 312
Buch: 53,90
ISBN:978-3-942158-63-3
E-Book: 53,90 €
ISBN:978-3-942158-64-0

Lesekompetenz stellt als Schlüsselqualifikation eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe des Einzelnen an der Gesellschaft mit all ihren kulturellen Möglichkeiten dar; für den schulischen Erfolg sind Lesefähigkeiten fachübergreifend relevant. Ergebnisse internationaler Studien belegen, dass die Lesekompetenz deutscher SchülerInnen Defizite aufweist, die sich auf die schulischen Qualifikationen auswirken.
Vor diesem Hintergrund geht die vorliegende Studie der Frage nach, inwieweit es innerhalb der institutionellen Bedingungen in der Schulpraxis möglich ist, eine Förderung der Lesekompetenz im Klassenverband effektiv zu betreiben.
Die Autorin stellt ein Konzept zur binnendifferenzierten, langfristigen Förderung von Lesekompetenz in der gymnasialen Erprobungsstufe vor. Mittels dieses Konzepts wurde über mehrere Monate hinweg die Lesekompetenz von SchülerInnen unterschiedlicher sozialer Provenienz aus zwei Gymnasien gefördert. Während der Durchführung des Förderkonzepts und der intendierten Feststellung der individuellen Lesekompetenz wurden verschiedene Tests zur Erfassung des Leseverständnisses eingesetzt.
Die Ergebnisse der Studie machen die Grenzen einer institutionellen Förderung von Lesekompetenz deutlich und helfen, die Anwendbarkeit und Relevanz von Lesekompetenztests neu zu überdenken. Aus den Ergebnissen resultieren bildungspolitische Konsequenzen.

Aus dem Inhalt

Einleitung

Teil I: Lesekompetenz in unserer Gesellschaft – kommentierender Forschungsbericht

1 Die Relevanz des Leseverstehens
1.1 Bildungsideale: Die Richtlinien und Kernlehrpläne in Bezug auf das Leseverstehen
1.2 Leseverstehen als gesellschaftliche Teilhabe des Einzelnen

2 Lesen
2.1 Definition des Begriffes ‚Lesen‘
2.2 Modelle des Lesenlernens
2.3 Leseprozesse
2.4 Lesestrategien

3 Lesesozialisation
3.1 Begriffsdefinition und Grundlagen
3.2 Sozialisationsphasen und –instanzen

4 Lesekompetenz
4.1 Begriffsdefinitionen und Voraussetzungen
4.2 Theoretische Modelle
4.3 Psychologische Determinanten der Lesekompetenz
4.4 Familiäre Determinanten der Lesekompetent

5 Nationale und internationale Studien zur Lesekompetenz
5.1 Die IEA Reading Literacy Studie 2001
5.2 Die Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchungen (IGLU) 2001 und 2006
5.3 Die PISA-Studien 2000 und 2009 5.3.1 Konzeption der Lesekompetenztests 
5.4 Die DESI-Studie 2000 5.5 Kritische Anmerkungen

6 Förderung von Lesekompetenz
6.1 Leseförderung
6.2 Förderung von Lesekompetenz
6.3 Grenzen einer Förderung

7 Tests zur Erfassung des Leseverständnisses
7.1 Hamburger Lesetest für dritte und vierte Klassen (HAMLET 3-4)
7.2 ELFE-Leseverständnistest für Erst- bis Sechstklässler (ELFE 1-6)
7.3 Frankfurter Leseverständnistest

Teil II: Förderung von Lesekompetenz und Möglichkeiten der Leseförderung innerhalb der Erprobungsstufe - Empirische Studie

8 Ansatzpunkte einer Förderung von Lesekompetenz in der Erprobungsstufe
8.1 Die Relevanz einer Förderung des Leseverstehens in der Erprobungsstufe
8.2 Fördermöglichkeiten im Hinblick auf die Determinanten der Lesekompetenz
8.3 Maßnahmen der Leseförderung

9 Rahmenbedingungen der Studie
9.1 Schulische Rahmenbedingungen und Schülervoraussetzungen
9.2 Lesegewohnheiten und soziales Umfeld

10 Erfassung der Lesekompetenz mithilfe des Hamburger Lesetests für dritte und vierte Klassen (HAMLET 3-4)
10.1 Begründung für die Nutzung von HAMLET 3-4 für SchülerInnen der Erprobungsstuge
10.2 Ergebnisse der Probeklasse
10.3 Ergebnisse von Testklasse I
10.4 Ergebnisse der Vergleichsklasse
10.5 Ergebnisse von Testklasse II
10.6 Vergleich der Ergebnisse der verschiedenen Klassen

11 Konzept zur langfristigen, binnendifferenzierten Förderung von Lesekompetenz in der Erprobungsstufe
11.1 Aufbau des Förderkonzeptes für die unterschiedlichen Leistungsniveaus
11.2 Überlegungen zur Durchführung des Förderunterrichts in den Testklassen
11.3 Kurze Evaluation und Zusammenfassung

12 Unterrichtsvorhaben ‚Förderung von Lesekompetenz‘ mit abschließender Leistungsüberprüfung
12.1 Aufbau der Unterrichtsreihe
12.2 Konzeption der Klassenarbeit
12.3 Auswertung und Vergleich der Ergebnisse der beiden Testklassen

13 Maßnahmen zur Leseförderung
13.1 Buchpräsentationen
13.2 Das webbasierte Leseförderungsprogramm ‚Antolin‘
13.3 Weitere Maßnahmen der Leseförderung

14 Durchführung von HAMLET 3-4 nach Abschluss des Förderprogrammes
14.1 Ergebnisse der ersten Testklasse
14.2 Ergebnisse der Vergleichsklasse
14.3 Ergebnisse der zweiten Testklasse
14.4 Gegenüberstellung und Vergleich der Ergebnisse
14.5 Auswertung der Ergebnisse der dritten Durchführung von HAMLET 3-4 in der zweiten Testklasse
14.6 Abschließende Auswertung der Ergebnisse

15 Diskussion der Ergebnisse mit weiterführenden Auswertungen
15.1 Desillusionierung vor dem Hintergrund der innerhalb der Studie erzielten Ergebnisse
15.2 Weitere spezifische Auswertungsmöglichkeiten

Teil III: Kritische Reflexion: Sinn und Grenzen von Lesekompetenztests und Förderkonzepten

16 Beurteilung der Relevanz der verwendeten Tests zur Erfassung des Leseverständnisses
16.1 Der Hamburger Lesetest für dritte und vierte Klassen (HAMLET -4)
16.2 Der ELFE-Leseverständnistest für Erst- bis Sechstklässler (ELFE 1-6)
16.3 Der Frankfurter Leseverständnistest (FLVT 5-6)
16.4 Der nicht-standardisierte Leseverständnistest von U. Fischer aus ihrem Konzept ‚Leseförderung nach Kompetenzstufen‘
16.5 Vergleich der Tests hinsichtlich ihrer Anwendungsmöglichkeiten in der Erprobungsstufe

17 Utopie und Illusion – Förderung von Lesekompetenz in der Erprobungsstufe
17.1 Grenzen einer Förderung des Leseverstehens
17.2 Die aus dem ‚Scheitern‘ resultierenden Chancen

18 Schlusswort

Dr. Daniela Schwarz studierte Deutsch an der Universität GH Essen und Musik an der Folkwang Hochschule. Nach ihrer Tätigkeit als Studienrätin an zwei Gymnasien wurde sie 2011 als Studienrätin im Hochschuldienst an die Folkwang Universität der Künste (Bereich Fachdidaktik) abgeordnet.

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