OBST 95: Populismus und Sagbarkeiten in öffentlich-politischen Diskursen

Cover: OBST 95

Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST)
Heft 95/2019: Populismus und Sagbarkeiten in öffentlich-politischen Diskursen
(Hg.: David Römer & Constanze Spieß)

ISSN 0936-0271

Seiten: 274
Buch: 18,00
ISBN:978-3-95605-062-6
E-Book: 18,00 €
ISBN:978-3-95605-063-3

Ein in den letzten Jahren viel diskutiertes und gesellschaftlich brisantes Phänomen, das öffentliche Diskurse immer mehr prägt, Überzeugungskraft entfaltet, die Grenzen des in einer demokratischen Gesellschaft Sagbaren verschiebt und unsere politische Kultur somit vor eine Herausforderung stellt, ist der sogenannte Populismus. Unbestritten der Tatsache, dass es vielfältige Definitionen von Populismus gibt, hat Populismus immer schon viel mit der Art und Weise politischer, insbesondere sprachlicher Artikulation zu tun. So spielt bei der Konzeptualisierung von Populismus bzw. populistischer Ideen der jeweilige Sprachgebrauch, der sich u.a. in typischen Strategien niederschlägt und sich auf lexikalischer, metaphorischer und argumentativer Ebene zeigt, eine wichtige Rolle.

Der Band möchte aufzeigen, wie Populismus im öffentlich-politischen Raum konzeptualisiert wird, wie er in unterschiedlichen Diskursen sprachlich sichtbar wird, welche sprachlichen Strategien für das Redehandeln populistischer Akteure typisch sind und nicht zuletzt, welche Handlungsziele dabei verfolgt werden. Die Beiträge widmen sich diesen und weiteren Aspekten aus unterschiedlichen fachlichen wie theoretischen und methodischen Perspektiven, außerdem beziehen sie sich zugleich auf historische Dimensionen und verschiedene europäische Ausprägungen populistischen Sprachgebrauchs.

Inhalt

David Römer & Constanze Spieß
Populistischer Sprachgebrauch als Phänomen politischer Kommunikation

Charlotta Seiler Brylla
Der schwedische „Meinungskorridor“. Metapragmatische Verhandlungen über Sagbarkeitsgrenzen im öffentlichen Diskurs Schwedens

Melani Schröter
„Einfach wieder offen reden“? Populistische Diskursmanöver und Anti-political-correctness rechter Parteien in Deutschland und Großbritannien

Thomas Niehr
Gegenöffentlichkeit revisited: Rechtspopulistische Medienkritik und der Ruf nach objektiver Berichterstattung

Konstanze Marx
Diskurse sind keine Schnürsenkel oder Unsagbarkeit und die Unmöglichkeit einer umgekehrten Umdeutung

Steffen Pappert & Waldemar Czachur
Visueller Populismus: Eine Analyse multimodaler Praktiken anhand von Wahlplakaten aus Deutschland und Polen

David Römer & Sören Stumpf
„Der Große Austausch ist kein Mythos, er ist bittere Realität.“ Populismus und Verschwörungstheorien aus linguistischer Perspektive

Michaela Schnick
Kann populistisches Sprechen als Teil einer diskursiven Radikalisierung verstanden werden?

Kristina Becker
„An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen!“ Argumentationstopoi im Stürmer und in Publikationen der Neuen Rechten auf Compact-online und unzensuriert.at

Noah Bubenhofer, Selena Calleri & Philipp Dreesen
Politisierung in rechtspopulistischen Medien: Wortschatzanalyse und Word Embeddings

Martin Wengeler
Gibt es Linkspopulismus?

Sascha Michel
Rezension: Robert Habeck (2018): Wer wir sein könnten. Warum unsere Demokratie eine offene und vielfältige Sprache braucht. Köln: Kiepenheuer & Witsch. 128 S.

Pia Bergmann
Rezension: Carsten Keil (2017): Der VokalJäger. Eine phonetisch-algorithmische Methode zur Vokaluntersuchung. Hildesheim/Zürich/New York: Georg Olms Verlag. 513 S.

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